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Expertise der LUH fließt in BioÖkonomieRat ein

Expertise der LUH fließt in BioÖkonomieRat ein

© Kristian Barthen
Prof. Dr. Stefanie Heiden ist seit August 2019 Professorin an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover.

Die Leiterin des Instituts für Innovations-Forschung, Technologie-Management und Entrepreneurship, Prof. Dr. Stefanie Heiden, berät die Bundesregierung

Prof. Dr. rer. nat. Stefanie Heiden wurde durch Anja Karliczek (Bundesministerin für Bildung und Forschung) und Julia Klöckner (Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft) in den neuen BioÖkonomieRat (BÖR III) der deutschen Bundesregierung berufen, der am 7. Dezember 2020 zu seiner konstituierenden Sitzung erstmals zusammentrifft.

Die neue Bioökonomiestrategie des Bundes hält fest, dass Bioökonomie zum Ziel habe, Ökonomie und Ökologie für ein nachhaltiges Wirtschaften zu verbinden. In der Definition der Bundesregierung umfasst die Bioökonomie die Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen. Bioökonomische Innovationen vereinen biologisches Wissen mit technologischen Lösungen und nutzen die natürlichen Eigenschaften biogener Rohstoffe hinsichtlich ihrer Kreislauffähigkeit, Erneuerbarkeit und Anpassungsfähigkeit. Die Bioökonomie birgt das Potenzial, neuartige Produkte und Verfahren hervorzubringen, um Ressourcen zu schonen und Wohlstand zu schaffen

Heiden, von Haus aus Mikrobiologin und Biochemikerin, war bereits Gründungsmitglied der ersten Periode des Rats, der 2009 als Forschungs- und Technologierat Bioökonomie eingerichtet worden war. Sie ist Leiterin des Instituts für Innovations-Forschung, Technologie-Management und Entrepreneurship (ITE) an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. Hier befasst sie sich mit Fragen nachhaltiger Innovationen und verantwortlichem, auf Nachhaltigkeit zielenden Unternehmertum und ist überzeugt, dass der neue Kondratieff-Zyklus ein "grüner", ein nachhaltiger sei; mit ihm sollten - ganz im Sinn der Agenda 2030 - die Kopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch/Energieeinsatz aufgehoben und die Ressourcenproduktivität mittels Hoch-Technologien und deren Verknüpfung gesteigert werden.

Brückenbauerin zwischen unterschiedlichen Welten

"Deutschland war die erste Nation weltweit mit einer nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie", betont Professorin Heiden, die sich selbst als Brückenbauerin zwischen unterschiedlichen Welten - Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft - versteht. "Aufbauend auf herausragender Wissenschaft, Forschung und neuartigen Entwicklungsansätzen, über die wir in Deutschland verfügen, sollte es möglich sein, first runner - Vorreiter - zu sein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Transformation unserer Gesamtgesellschaft", sagt Heiden und betont: "Dabei ist die Bioökonomie prädestiniert, anhand von Demonstrationsanwendungen, alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit in den Blick zu nehmen und diese erfolgreich gemeinsam weiterzuentwickeln." Insbesondere der neuartigen Verknüpfung von Biologisierung und Digitalisierung komme eine besondere Rolle zu, so Heiden. Diese berge nämlich konvergente Entwicklungen, die vom Wissen über Technologien bis hin zu Anwendung und unternehmerischer Umsetzung zu grundlegenden Innovationen und Umbrüchen in sämtlichen Wirtschafts- und Lebensbereichen führen würden.

Im Vorschlag ihrer Nominierung für den BioÖkonomieRat heißt es, Heiden stehe für gesamtgesellschaftliche nachhaltige Transformation und nachhaltiges Unternehmertum. Seit mehr als 25 Jahren sei sie in führenden Positionen an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik tätig und berate Unternehmen, gemeinnützige Gesellschaften, Wissenschafts-Vereinigungen sowie Parlamente und Regierungen auf nationaler und internationaler Ebene, unter anderem zur Fortentwicklung der Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie.

BioÖkonomieRat soll partizipativen Prozess starten

Der BioÖkonomieRat ist ein unabhängiges und ehrenamtliches Beratungsgremium, das seit 2009 besteht. In der dritten Periode zählen zu seinen Aufgaben die Erarbeitung von Empfehlungen und Stellungnahmen sowie die Förderung der öffentlichen Debatten zur Bioökonomie. Die Mitglieder sollen unter anderem in einem partizipativen Prozess Vorschläge und Empfehlungen für einen Umsetzungsplan der Nationalen Bioökonomiestrategie entwerfen.

Weitere Informationen zum Bioökonomierat: biooekonomierat.de