Tagungsprogramm

ABSTRACTS DER PANEL-SESSIONS AM FREITAG, 24.05.

  • Panel I: Gelingt mit dem Nachwuchspakt ein Paradigmenwechsel?

    Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beinhaltet neben der Schaffung 1.000 so genannter Tenure-Track-Professuren auch die an die Universitäten gerichtete Botschaft, mit der Etablierung des Tenure-Track-Programms einen Kulturwandel zu fördern und gleichzeitig die Aufforderung, die Personalstruktur so weiterzuentwickeln, dass sie den „neuen Karriereweg“ optimal ergänzt.

    Kann man nun angesichts der Tatsache, dass es einerseits Tenure-Track-Modelle bereits seit etwa 15 Jahren gibt und andererseits „lediglich“ 1.000 Tenure-Track-Professuren über mehrere Jahre hinweg ausgeschrieben werden, tatsächlich von einem Paradigmenwechsel im Sinne eines grundlegenden Umbruchs der Karrieremöglichkeiten sprechen? Auch sind – jenseits dieser Überlegungen – fächerspezifische Vorbehalte gegen die Tenure-Track-Professur nach wie vor greifbar. Häufig genug entzünden sich die damit verbundenen Diskussionen am Sinn oder Unsinn einer gegebenenfalls sogar als Monographie zu verfassenden Habilitationsschrift. Geht es also tatsächlich um einen – flächendeckenden – Paradigmenwechsel oder doch nur um die solidere Fortentwicklung einer bereits älteren Idee – und mithin lediglich um die Ergänzung zu den vielen bereits existierenden Karrierewegen in der Wissenschaft?

    - Herr Dr. Hubert Detmer, Deutscher Hochschulverband

  • Panel II: Wie lässt sich Führungsqualität überprüfen?

    Der Vortrag zum Einstieg in Panel II beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Führungskompetenz bei jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich auf Professuren bewerben, erkennen oder gar messen lässt. Zunächst wird diskutiert, was Führung im akademischen Kontext bedeutet, welche Anforderungen an die Führung von MitarbeiterInnen sich für ProfessorInnen stellen und welche Konzepte interaktionaler und struktureller Führung sinnvoll und angemessen erscheinen. Abschließend werden Ansätze zur Frage skizziert, wie Kriterien in Berufungsverfahren um den Aspekt der Führungskompetenz erweitert und wie mit den Ergebnissen umgegangen werden kann.

    - Frau Dr. Margarete Boos, Georg-August-Universität Göttingen
    - Frau Ricarda Mletzko, Leibniz Universität Hannover

  • Panel IV: Negative Tenure-Evaluation: Karriereende oder Chance?

    Der ursprüngliche Gedanke von „Tenure Track“ bestand darin, Nachwuchsforschenden mit einer Anstellung als Juniorprofessor*in nach einer Bewährungsfrist die Zusage auf ein Ordinariat/unbefristete Lebenszeitprofessur abzugeben. Um diese Garantie einzuhalten können Professuren mit Tenure Track ohne erneute Ausschreibung resp. auch als Hausberufung in eine Lebenszeitprofessur gelangen. Ein Evaluationsbericht in der zweiten Hälfte des Tenure Tracks befindet dann über die Eignung der Juniorprofessorin oder des Juniorprofessors. Dabei – so die Idee – muss qualitativ begründet werden, weshalb sich eine Person nicht eignet.

    Neu werden nun Professuren mit Tenure Track-Option ausgeschrieben, bei der auch quantitative Gründe ausreichen, dass Jungprofessor*innen nicht berufen werden. Das akademische System schafft also eine weitere Zwischenstufe, die noch ein bisschen besser dotiert ist als PostDoc oder Assistenzprofessur, gibt aber weiterhin keine Garantie für eine entfristete Anstellung im System ab.

    Wenn mit der Tenure Track-Option lediglich eine Fristverlängerung der akademischen Qualifizierung ohne Anstellungsgarantie verbunden ist, stellt sich die Frage nach dem Umgang mit denjenigen, die eine negative Evaluation oder trotz positiver Evaluation schlicht keinen Platz im System finden. In dieser Phase sind die Menschen zwischen 35 und 45 Jahre alt.

    Dieses Panel beleuchtet die Verantwortung des akademischen Systems bei flächendeckenden „Tenure Track-Optionen“ und diskutiert und erarbeitet Varianten, mit denen die Akademie dieser Verantwortung gerecht werden kann.

    Eine aktive Mitarbeit der Panelteilnehmer*innen wird explizit gewünscht.

    - Herr Dr. Roger Gfrörer, Universität Zürich

Donnerstag, 23. Mai 2019

12.00 Uhr
Anmelden und Ankommen

13.00 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Joachim Escher, LUH

13.05 Uhr
Grußwort-Talk
Moderation: Dr. Heike Schmoll
Dr. Sabine Behrenbeck, WR
Prof. Dr. Volker Epping, LUH
Ministerialdirigent Peter Greisler, BMBF
Staatssekretärin Dr. Sabine Johannsen, MWK


14.00 Uhr
Das Tenure-Track-Programm: Seine Ziele und Anforderungen

Dr. Martin Hering, VDI/VDE-IT

14.45 Uhr
Die Tenure-Track-Professur als Teil der Personalstruktur der deutschen Universitäten - Weiterentwicklung oder Fremdkörper?

Dr. Rolf Bernhardt, HMWK (Abteilungsleiter a.D.)

15.30 Uhr
Kaffeepause

16.00 Uhr
Zur Umsetzung des Nachwuchspaktes an der Leibniz Universität Hannover: Strategien des Kulturwandels

Prof. Dr. Joachim Escher, LUH

17.00 Uhr
Podium: Etablierung des Karrierewegs der Tenure-Track Professur
Moderation: Dr. Heike Schmoll
Dr. Sabine Behrenbeck, WR
Dr. Hubert Detmer, DHV
Prof. Dr. Robert Kretschmer, Junge Akademie
Dr. Christoph Strutz, LUH

19.00 Uhr
Gemeinsames Abendessen
im Besitos

Freitag, 24. Mai 2019

09.00 Uhr
Begleitforschung zum NWP: Erste empirische Befunde
Prof. Dr. Eva Barlösius, LCSS
Leonie Weißenborn, LCSS

09.45 Uhr
Kaffeepause

10.15 Uhr
Parallele Panel-Sessions zur Umsetzung des Nachwuchspaktes

12.00 Uhr
Abschlusspanel
Moderation: Dr. Heike Schmoll
Prof. Dr. Eva Barlösius, LCSS
Dr. Rolf Bernhardt, HMWK
Dr. Hubert Detmer, DHV
Prof. Dr. Joachim Escher, LUH

13.00 Uhr
Ende der Tagung