Qualitätssicherung in Berufungsverfahren

Aufgrund eines überzeugenden Qualitätsmanagements hat die LUH vom Fachministerium 2010 zeitlich befristet das Berufungsrecht übertragen bekommen. Mit der damit verbundenen erhöhten Autonomie und schnelleren Entscheidungsprozessen kann die LUH flexibler auf Ruferteilungen, Berufungszusagen und Bleibeangebote zur Gewinnung und Bindung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reagieren.

Die entwickelten Qualitätsstandards orientieren sich im Wesentlichen an den Empfehlungen des Wissenschaftsrates und der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen zur Durchführung von Berufungsverfahren:

  • Standardisierte Prozesse

    Verbindliche und strukturierte Prozessabfolgen bei den Freigabe- und Auswahlverfahren unter Einbindung zentraler und dezentraler Einrichtungen und Expertisen gewährleisten professionelle, transparente und effiziente Verfahrensabläufe.

  • Berufungsordnung

    Die Berufungsordnung regelt die Durchführung von Berufungsverfahren gemäß den gesetzlichen Bestimmungen und LUH-internen Vorgaben. Sie hat rechtsverbindlichen Charakter. Das Berufungsmanagement stellt darüber hinaus zahlreiche Informationen und Unterlagen wie Handreichungen, Leitfäden, Mustervorlagen zur Verfügung, die die Fakultäten bei der Durchführung ordnungsgemäßer Berufungsverfahren unterstützen.

  • Internationale Ausschreibungen und proaktives Recruiting

    Grundlage der Bestenauswahl sind wettbewerbliche Verfahren sowie die Qualität der Bewerberlage. Mit international veröffentlichten Ausschreibungen und der persönlichen Ansprache insbesondere von Frauen, wissenschaftlichem Nachwuchs und Forschenden im Ausland wird ein breites Bewerberfeld hinsichtlich Profil und Potenzial rekrutiert. Fakultäten erhalten Unterstützung durch einen zentral vorgehaltenen Rekrutierungsleitfaden.

  • Online-Bewerbungsportal

    Mit dem Online-Bewerbungsportal für Professuren wird eine valide Datenqualität, die Sicherstellung des Datenschutzes sowie eine schnellere und effizientere administrative Abwicklung der Verfahren erzielt.

  • Befangenheit

    Für eine objektive und faire Einschätzung der Kandidatinnen und Kandidaten in Berufungsverfahren ist der Ausschluss persönlicher Interessenskonflikte Voraussetzung, sodass die Mitwirkung in Berufungs- und Evaluierungsverfahren dem Ausschluss von Befangenheiten unterliegt. Die notwendige Distanz für eine vorurteilsfreie Beurteilung wird bei jedem Kommissionsmitglied zu Beginn der Beteiligung am Auswahlverfahren erhoben und Befangenheiten dokumentiert. Die Kriterien orientieren sich eng an den Richtlinien der DFG.

  • Externe Fachexpertise

    Die Einbeziehung externer Fachexpertinnen und Fachexperten in den Auswahlverfahren sichert eine unabhängige Beurteilung der Bewerberinnen und Bewerber in Berufungsverfahren und erhöht die Transparenz der Entscheidungsfindung durch die Vielfalt der Perspektiven. Die Kommissionen können entsprechend um Fachwissen erweitert werden, das an der LUH professoral nicht vertreten ist. Die Berücksichtigung externer Expertise erfolgt durch professorale Mitglieder in Berufungskommissionen oder durch Einholung schriftlicher Gutachten von auswärtigen sachverständigen Personen. Aus Gründen der Transparenz ist die Auswahl der externen Gutachtenden zu begründen und ihre Unbefangenheit festzustellen.

  • Online-Berufungsverfahrensmonitor

    Kandidatinnen und Kandidaten können sich von jedem Ort und zu jeder Zeit über den jeweiligen Stand des Verfahrens informieren. Für einen fairen und transparenten Umgang mit Bewerberinnen und Bewerben in Berufungsverfahren werden sie zudem regelmäßig und zeitnah über den aktuellen Verfahrensstand schriftlich informiert.

  • Gleichstellung, Gender und Diversity

    Gleichstellung, Gender- und Diversity Aspekte werden in allen Phasen der Berufungsverfahren berücksichtigt, d.h. von der Freigabe bis zum Berufungsvorschlag werden alle Prozesse und Entscheidungen auf Gleichstellungs- und Genderkomformität und Diversität geprüft. Ausschreibungstexte, Ausschreibungsverzichte, Zusammensetzungen der Berufungskommissionen, Auswahl von Gutachtenden sowie Berufungsvorschläge bedürfen der Zustimmung der Gleichstellungsbeauftragten sowie der Hochschulorgane. Die Gleichstellungsbeauftragte nimmt zur Verbesserung der Chancen von Frauen beratend an allen Kommissionssitzungen teil und unterstützt damit das Ziel der Berufungspolitik, den Anteil von Professorinnen an der LUH zu erhöhen.

  • Hochschulorgane

    LUH-Berufungsverfahren unterliegen einer dreifach-gestuften Qualitätssicherung durch die intern und extern besetzten Hochschulorgane (Präsidium, Senat, Hochschulrat). Diese prüfen den Berufungsvorschlag sowohl hinsichtlich der Berücksichtigung der Hochschulentwicklungsplanung, der Einhaltung der formalen und rechtlichen Vorgaben bei der Verfahrensdurchführung als auch die Qualität der Listenplatzierten.

ANSPRECHPERSON

Claudia Schulpin
Leitung
Referat für Berufungsangelegenheiten
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Welfengarten 1
30167 Hannover
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