UniversitätAktuelles & PresseOnline aktuell
Neuer ERC Starting Grant an der LUH

Neuer ERC Starting Grant an der LUH

Presseinformation vom
Porträtfoto von Prof. Dr. Philippe van Basshuysen Porträtfoto von Prof. Dr. Philippe van Basshuysen Porträtfoto von Prof. Dr. Philippe van Basshuysen
© van Basshuysen
Prof. Dr. Philippe van Basshuysen ist neuberufener Professor am Centre for Ethics and Law in the Life Sciences.

Prof. Dr. Philippe van Basshuysen erforscht den Einfluss von wissenschaftlichen Modellen auf die Wirklichkeit

Am 1. Februar 2024 startet ein neuer ERC Starting Grant an der Leibniz Universität Hannover (LUH). Prof. Dr. Philippe van Basshuysen erhält die prestigeträchtige Förderung der Europäischen Union, um in den kommenden fünf Jahren das Phänomen zu erforschen, dass wissenschaftliche Modelle die Welt nicht nur abbilden, sondern auch verändern können. Sein Projekt „MAPS – Managing Performative Science“ erarbeitet zudem Strategien, um mit diesem Phänomen besser umgehen zu können.

Mit den Starting Grants fördert der Europäische Wissenschaftsrat exzellente und visionäre Forschung von herausragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern mit jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro. Ziel ist die Unterstützung der wissenschaftlichen Unabhängigkeit durch den Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe. Dr. Philippe van Basshuysen ist seit 1. Februar 2024 Professor an der LUH für das Fach Public Health Ethics am Centre for Ethics and Law in the Life Sciences (CELLS) der Philosophischen Fakultät. Er verstärkt den Forschungsschwerpunkt Wissenschaftsreflexion der LUH.

MAPS – Managing Performative Science

Hintergrund des Vorhabens ist, dass wissenschaftliche Modelle oft nicht nur Vorhersagen oder Erklärungen liefern. Insbesondere im sozialen Bereich beeinflussen sie die Objekte ihrer Vorhersagen und Erklärungen oft selbst. Ob in den Wirtschaftswissenschaften, der Epidemiologie oder dem maschinellen Lernen: Modelle haben Einfluss auf die soziale Welt, indem sie politische Entscheidungen und individuelles Verhalten beeinflussen.

Dies kann wissenschaftliche Vorhersagen und Erklärungen beeinträchtigen. Wenn beispielsweise ein epidemiologisches Modell viele Todesfälle vorhersagt, könnten die Menschen daraufhin ihre sozialen Kontakte reduzieren, was wiederum dazu führen kann, dass die vorhergesagten Ereignisse nicht eintreten. Zudem werfen diese Entwicklungen schwierige ethische Fragen auf. Diese betreffen die Legitimität der Wissenschaft als Leitfaden für menschliche Angelegenheiten und der diesem Prozess zugrunde liegenden Werte.

Ist die zunehmend praktische Rolle der Wissenschaften bei der Politikgestaltung und dem Verhalten des Einzelnen zu begrüßen? Oder könnte ein solcher Einfluss zur Manipulation benutzt werden, die möglicherweise die demokratische Entscheidungsfindung untergräbt? Bisher gibt die Wissenschaftsphilosophie hierfür kaum eine Orientierungshilfe. Das MAPS-Projekt von van Basshuysen und seinem Team soll diese Lücke schließen.

 


Hinweis an die Redaktion:

Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr. Philippe van Basshuysen, Centre for Ethics and Law in the Life Sciences, unter Telefon +49 511 762 14724 oder per E-Mail unter philippe.van.basshuysen@cells.uni-hannover.de gern zur Verfügung.