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Metaphern zur Dehumanisierung von Outgroups
08 Jan
08. Januar 2020
»MITTWOCHS UM VIER«: VORTRAGSREIHE ZU SPRACHE, MIGRATION UND VIELFALT

Metaphern zur Dehumanisierung von Outgroups

Gesellschaften sind fragmentarische Gebilde – so vollzieht sich soziales Handeln stets vor dem Paradigma der situativ konstituierten Eigen- und Fremdgruppe(n). In Abhängigkeit von den vielfältigen und variablen Rahmenbedingungen gestaltet sich die Interaktion zwischen den jeweiligen Gruppen und die Art und Weise ihrer symbolischen Repräsentation des Anderen mehr oder weniger kompetitiv, mehr oder weniger respektvoll, mehr oder weniger gewaltsam. Eine wichtige – wenn nicht gar die wichtigste – Funktion kommt hierbei der Sprache zu: Indem Sprechergemeinschaften sprachlich handeln, stellen sie die zu verhandelnden Sachverhalte nicht nur symbolvermittelt dar, sondern schaffen durch ihr sprachliches Handeln soziale Tatsachen.

Metaphern spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Sie verleihen auf Ebene ihrer sprachlichen Repräsentanten der Vorstellung Ausdruck, die sich eine Sprechergruppe von ihrem sozialen Gegenüber (der sog. Fremdgruppe) macht. Innerhalb bestimmter sozialer (auch: politischer) Rahmenbedingungen kann die Konzeption der Fremdgruppe durch die Eigengruppe Formen symbolischer Gewalt annehmen. Dies kann zum Beispiel durch die Verwendung von Metaphern unterschiedlicher Quelldomänen wie Tiere, Krankheiten, Schmutz oder Naturphänomenen geschehen. Mittels der lexikalischen Vertreter dieser Domänen bzw. Felder referiert die Sprecher-Ingroup auf die Outgroup und ihre Mitglieder, um diese als nichtmenschlich zu konzipieren und darzustellen. Zudem leisten diese Metaphern einen konstitutiven Beitrag zur Begründung gegen den ›Feind‹ gerichteter Handlungen.

Alle sind herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Referent/Referentin

Dr. Alexa Mathias (Deutsches Seminar, Leibniz Universität Hannover)

Dr. Alexa Mathias arbeitet seit 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover. Dort promovierte sie 2014 mit einer korpuslinguistischen Studie zum Sprachgebrauch in rechtsextremen Musikszenen. Zudem hat sie Gastaufenthalte an den Universitäten Zadar (Kroatien) und Sassari (Italien) absolviert. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist Politische Linguistik, derzeit v. a. Rechtspopulismus.

Veranstalter

Projekt LeibnizWerkstatt (Deutsches Seminar & Leibniz School of Education)

Termin

08. Januar 2020
16:00 Uhr - 18:00 Uhr

Kontakt

Frau Radhika Natarajan
Leibniz School of Education
Lange Laube 32
30157 Hannover
radhika.natarajan@lehrerbildung.uni-hannover.de

Ort

Conti Hochhaus
Geb.: 1502
Raum: 103
Königsworther Platz 1
30167 Hannover
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