CHEMIEGEBÄUDE

Callinstraße 3-9

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Ein Beispiel norddeutscher Neorenaissance bietet das 1906 bis 1909 von Landbauinspektor Friedrich Ebel für die chemischen Institute errichtete Gebäude in der Callinstraße 3-9, das damals von der Presse als „Schloss der Chemie“ gefeiert wurde. Die Bedeutung der chemischen Wissenschaften stieg zu Beginn des 20. Jahrhunderts schnell an. So fanden hier die Institute für Anorganische Chemie, Organische Chemie, Elektrochemie und Technische Chemie einen neuen, geräumigen Standort.

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Der Bau besteht aus einem lang gestreckten Hauptbereich, von dem zwei Flügel in Richtung Welfengarten abzweigen. An der Westseite des Komplexes wurde ein repräsentatives Hörsaalgebäude errichtet. Wegen der raschen Entwicklung der chemischen Institute wurde der Gebäudekomplex mehrfach vergrößert. Die Physikalische Chemie erhielt 1930 und die Organische Chemie 1968 ein eigenes Gebäude. Anstelle des 1992 abgerissenen Kesselhauses wurde der Chemieerweiterungsbau errichtet und 1995 eingeweiht. Ein auf dem Vorplatz wieder aufgebautes historisches Eingangstor erinnert an diese Zeit.

Bild: Kali-Hörsaal Bild: Kali-Hörsaal Bild: Kali-Hörsaal

Das Gebäude wurde seit 1995 in mehreren Bauabschnitten saniert. In den Jahren 2008 bis 2010 ist in Abstimmung mit der Denkmalpflege der größte Teil des Chemiegebäudes sowohl innen als auch außen aufwändig saniert und restauriert worden. Insbesondere der üppig verzierte Kali-Hörsaal, der als Musterbeispiel für den Historismus gilt, vermittelt nun wieder einen Eindruck, wie es um die Jahrhundertwende dort ausgesehen haben muss.