Lehrkompetenzen entwickeln

Brainstorming mit Post-Its an der Wand Brainstorming mit Post-Its an der Wand Brainstorming mit Post-Its an der Wand © rawpixel - unsplash

Für Lehrende gibt es ein umfangreiches Angebot zur Qualifizierung und Entwicklung, angefangen bei Veranstaltungen im Weiterbildungsprogramm sowie speziellen Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten, über individuelle Beratung und Begleitung rund um das Thema Lehre bis hin zu Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten, auch auf internationaler Ebene.

Die Personalentwicklungsangebote richten sich sowohl an neue Lehrende wie auch an erfahrene. Egal, ob es um die Planung der ersten Lehrveranstaltung geht oder das Finetuning in einer bewährten Vorlesung - die Personalentwicklung ist darauf ausgerichtet, Sie als Lehrende fortwährend zu professionalisieren.

ONLINE-LEHRE IM SOSE 2021

Auch im Sommersemester 2021 finden die meisten Lehrveranstaltungen online statt. Die Sonderseite bündelt hierzu hilfreiche Informationen.
  • Typische Entwicklungsphasen eines Hochschullehrers/einer Hochschullehrerin

    Lehren ist eine komplexe Tätigkeit. Als Neueinsteigerin bzw. Neueinsteiger „die Seite zu wechseln“ und von der Studierenden-Position in die Position der verantwortlichen Lehrperson, die „vorne steht“, zu wechseln, erzeugt häufig ein mulmiges Gefühl. Seien Sie versichert: das ist normal und geht fast allen so! Böss-Ostendorf & Senft (2014, S. 17 ff.) beschreiben in Anlehnung an Winteler (2004) fünf typische Entwicklungsphasen von Hochschuldozentinnen und -dozenten in den ersten „Lehrjahren“:

    Phase (1): "Hauptsache überleben"  „Wie kann ich überleben? Wie werde ich akzeptiert?“

    Hier geht es um die eigene Person und das Finden der neuen Rolle. Kernfragen für die neuen Lehrenden sind: " Akzeptieren mich die Studierenden?" und " Wie kann ich verhindern, dass jemand meine Wissenslücken bemerkt?" Der Einstieg in die Hochschullehre ist begleitet von Lampenfieber und Sorge um eigene Wissenslücken, die von den Studierenden möglichst nicht entdeckt werden sollen.

    Phase (2) "Es geht nur um den Stoff"- „Beherrsche ich den Stoff?“ 

    Nach der Feststellung, dass die Studierenden ihn nicht ausbuhen und nach seinen Wissenslücken fahnden, richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die sachlichen Inhalte, also das Thema und den Stoff. Immer noch virulente Unsicherheiten werden hinter dem Thema versteckt. In dieser Phase dreht sich alles um den dozentenzentrierten Informationstransfer.

    Phase (3) "Hört mir denn keiner zu?" – „Wie erreiche ich, dass die Studierenden den Stoff in ihre Köpfe bekommen?“ 

    In dieser Phase nimmt der Dozent wahr, dass die Aufmerksamkeit der Studenten nicht mehr bei ihm und dem Thema liegt. Er erkennt, dass er durch seine eigene Fixierung auf den Stoff die Studierenden abgehängt hat. Dieser Moment, der mit Verunsicherung einhergeht, ist wichtig, denn hier stellen sich die Weichen für eine Veränderung. In der fachlichen Präsentation stellt sich mehr Sicherheit ein, allmählich richtet sich der Blick auf das Umfeld und die Lerngruppe. Nun geht es um die Frage: "Mit welchen Mitteln und Methoden kann ich die Studenten besser erreichen?" 

    Phase (4) "Was braucht ihr zum Verstehen?" – „Wie kann ich erreichen, dass die Studierende den Stoff begreifen?“

    Jetzt geht es um das Verstehen und Fördern der Lernprozesse der Studierenden. Der erfahrende Dozent achtet darauf, wie seine Studenten lernen, er orientiert sich mehr an der Qualität seiner Lehre und richtet sich nicht mehr so stark an der Stoffmenge aus. Er stöhnt nicht mehr unter der Last, so viel Stoff in so kurzer Zeit "rüberbringen" zu müssen.

    Phase (5) "Das braucht ihr, um selbst drauf zu kommen" – „Wie kann ich die Studierenden dabei unterstützen, unabhängig zu denken und zu lernen?“  

    Dozenten, dieser Phase achten nicht mehr so viel die Stoffmenge, sondern fördern Aha-Erlebnisse beim Lernen. Sie haben selbst erlebt, dass sich das am besten einprägt, was man selbst entdeckt hat. In dieser Phase geht es um die Frage, wie sie die Studierenden dabei unterstützen können unabhängig zu denken und zu lernen. Studenten werden als Gruppen wahrgenommen. Um Lehrziele zu erreichen werden Kommunikation, Methoden und Medien klug eingesetzt. 

  • Reflexionsfragen zum gelingenden Einstieg

    Entwicklung grundlegender didaktischer Expertise

    Wie ist mein Stand bezüglich der Entwicklung didaktischer Expertise?

    • Ich habe Erfahrungen gesammelt als Schülerin bzw. Schüler und als Studentin bzw. Student und lehre nun auf der Basis dieser Erfahrungen
    • Ich habe bereits erste Lehrerfahrungen in der Rolle als studentische Tutorin bzw. studentischer Tutor gesammelt
    • Ich habe bereits Erfahrungen in der Rolle als Gruppenleitung in anderen Zusammenhängen als in der Hochschullehre gesammelt
    • Ich habe mich bereits mit Literatur bzw. empirischen Ergebnissen der Lehr-Lernforschung zu didaktischen Fragen auseinandergesetzt


    Welche Literatur und welche Materialien können mir zur Orientierung bei meinem Einstieg dienen?

    Unterstützung

    • Welche Kolleginnen und Kollegen in meinem direkten Arbeitsumfeld können mir beim Einstieg helfen?
    • Welche Unterstützung kann ich durch Modulverantwortliche und Studiengangskoordinatorinnen bzw. –koordinatoren erhalten?
    • Inwieweit kann das Mentoring-Programm für Hochschullehrende eine nützliche Einstiegshilfe sein? Detaillierte Infos dazu im Beschäftigtenportal
    • Welche Qualifizierungs-, Beratungs- und Begleitungsangebote können für mich jetzt oder später nützlich und hilfreich sein?
  • Literaturempfehlungen

    Jana Antosch-Bardohn, Barbara Beege, Nathalie Primus:
    In die Lehre starten : Ein Praxisbuch für die Hochschullehre. 2019. Ferdinand Schöningh, Paderborn

    Brigitte Berendt, Andreas Fleischmann, Niclas Schaper, Birgit Szczyrba, Johannes Wildt (Hg.):
    Neues Handbuch Hochschullehre. 2016. DUZ Verlags- und Medienhaus GmbH, Berlin
    Das „Neue Handbuch Hochschullehre“ beinhaltet im Kapitel E zahlreiche Artikel zu fachübergreifenden Lehr-Lernformen (E 1), Vorlesungen (E 2), Seminaren (E 3), Projektstudium (E 4), Praktika (E 5), Werkstattmodelle und Variationsformen (E 6). Diese Artikel sind überwiegend sehr konkrete Beschreibungen von Best Practice Beispielen – gerade auch für Lehrende, die konkrete Anregungen für ihre spezifischen Fachrichtungen suchen, lohnt es sich zu stöbern.

    Andreas Böss-Ostendorf, Holger Senft, Lillian Mousli:
    Einführung in die Hochschul-Lehre. Ein Didaktik-Coach. 2014. 2. aktualisierte Aufl. Budrich, UTB, Opladen; Stuttgart

    Andreas Helmke, Friedrich Wilhelm Schrader:
    Hochschuldidaktik. In: Detlef H. Rost (Hg.): Handwörterbuch Pädagogische Psychologie. 2006. 3. überarb. und erw. Aufl. Beltz PVU, Weinheim. (Schlüsselbegriffe), S. 246–252

    Michael Schneider, Maida Mustafić (Hg.):
    Gute Hochschullehre. Eine evidenzbasierte Orientierungshilfe : wie man Vorlesungen, Seminare und Projekte effektiv gestaltet. 2015. Springer, Berlin

    Immanuel Ulrich: Gute Lehre in der Hochschule. Praxistipps zur Planung und Gestaltung von Lehrveranstaltungen. 2016. Springer, Wiesbaden 

    Franz Waldherr, Claudia Walter:
    didaktisch und praktisch. Ideen und Methoden für die Hochschullehre. 2014. 2. Aufl. s.l.: Schäffer-Poeschel Lehrbuch Verlag. 

    Adi Winteler:
    Professionell lehren und lernen. Ein Praxisbuch. 2004. WBG, Darmstadt

    Filmtipp

    Claus Braband (2006): Teaching teaching & understanding understanding. From a student learning perspective. "Teaching Teaching & Understanding Understanding" is a 19-minute award-winning short-film about teaching at university and higher-level educational institutions. It is based on the "Constructive Alignment" theory developed by Prof. John Biggs. The film delivers a foundation for understanding what a teacher needs to do in order to make sure all types of students actually learn what the teacher intends.

  • Materialien
    • TU München: Hochschuldidaktische Handreichungen 
      Die Reihe "Hochschuldidaktische Handreichungen" beinhaltet komprimierte Hilfestellungen und Anregungen zu bestimmten Aspekten der Lehre.
    • Ruhr-Universität Bochum: Lehre laden. Downloadcenter für inspirierte Lehre. Hg. v. Interne Fortbildung und Beratung (ifb). 
Zum ausführlichen Serviceangebot für Lehrende im Beschäftigtenportal

KONTAKTPERSONEN IM SACHGEBIET PERSONALENTWICKLUNG

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