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Covid-19: Soziale Unterschiede erklären Infektionsrisiko

Covid-19: Soziale Unterschiede erklären Infektionsrisiko

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© Uwe Köppen/Stadt Duisburg

Studie der Leibniz Universität Hannover widmet sich Menschen mit geringerem Einkommen und beengten Wohnverhältnissen am Beispiel Duisburg

Wer arm ist, wird schneller krank - das gilt auch für Covid-19. Während der laufenden SARS-CoV-2-Pandemie hat die Forschung gezeigt, dass soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des Virus spielen. Eine Studie der Leibniz Universität Hannover (LUH) weist dies nun anhand konkreter Daten zur zweiten Welle erstmals am Beispiel Duisburgs nach.

Max-Leon Straßburger und Dr. Lars Mewes, Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie an der LUH, haben die Beziehung zwischen SARS-CoV-2-Fällen pro 100.000 Einwohner und dem sozio-ökonomischen Status auf der Grundlage detaillierter Daten auf Stadtbezirksebene untersucht. Die Daten stammen vom Gesundheitsamt der Stadt Duisburg und wurden ergänzt durch den KECK-Atlas der Bertelsmann Stiftung, der - auf einzelne Stadtgebiete und Ortsteile bezogen - über die soziale Lage, die Bildung und Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Familien Auskunft gibt.

Insgesamt deuten die Studienergebnisse auf einen starken, negativen Zusammenhang zwischen dem sozialen und wirtschaftlichen Status und Morbiditätsraten für die zweite Welle der aktuellen Pandemie in Duisburg hin. Wer wenig verdient und in beengten Wohnverhältnissen lebt, hat demnach eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich mit Covid-19 zu infizieren und an dem Virus zu sterben. Die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede haben einen großen Einfluss auf die Ausbreitung von Covid-19 innerhalb einer Stadt. Dieses Wissen könnte künftig auch als Basis für politische Entscheidungen genutzt werden, beispielsweise wenn es um Konzepte für geographisch sensible Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie geht.

Zur Studie:

Der Zusammenhang zwischen sozialen Ungleichheiten und Covid-19. Fallzahlen auf Stadtteilebene - Eine Fallstudie für 46 Stadtteile der Stadt Duisburg:

www.doi.org/10.1515/zfw-2021-0030

 

Hinweis an die Redaktion

Für weitere Informationen stehen Ihnen Dr. Lars Mewes und Max-Leon Straßburger, Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie an der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 4935 oder per E-Mail unter mewes@wigeo.uni-hannover.de gern zur Verfügung.