Ein Jahr im Amt – Präsident zieht erste Bilanz

Presseinformation vom

Prof. Dr. Volker Epping empfängt 900 Gäste zum Neujahrsempfang im Lichthof

Nach einem Jahr im Amt hat Prof. Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover, zum traditionellen Neujahrsempfang in den Lichthof des Welfenschlosses eingeladen. Der Einladung gefolgt waren unter anderem Edelgard Bulmahn, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Prof. Dr.-Ing. Sabine Kunst, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg, die Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kultur Andrea Hoops sowie der hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok.

In seiner Rede ging Präsident Prof. Dr. Volker Epping besonders auf seine im Vorjahr formulierten Ziele und erste Erfolge ein. In der Forschung seien die bereits vorhandenen Schwerpunkte im Maschinenbau, der Physik sowie der Biomedizintechnik im vergangenen Jahr weiter ausgebaut worden und verfügen über neue Forschungsbauten: Mit dem Hannover Institut für Technologie (HITec) entstehe zurzeit eine themenübergreifende Forschungsinfrastruktur für Quantentechnologie. Neben der Grundlagenforschung im Bereich der Physik im Zusammenspiel mit der Geodäsie und den Ingenieurwissenschaften stehe das HITec für einen fächerübergreifenden Forschungs- und Lehransatz, Grundsteinlegung ist im Januar 2015 gewesen, die Baukosten betragen 29,5 Millionen Euro. Spatenstich für einen Forschungsneubau für rund 42 Millionen Euro auf dem Gelände des Campus Maschinenbau in Garbsen war im Dezember 2015, ebenso wie die Schlüsselübergabe für das Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE). Biomedizin und Biomedizintechnik markieren einen interdisziplinären, national wie international sichtbaren Forschungsschwerpunkt der Leibniz Universität. "Alle drei Schwerpunkte finden sich in den drei Forschungslinien des Masterplans Braunschweig-Hannover wieder. Die beiden Universitäten ergänzen sich in diesen Bereichen und erreichen dadurch die kritische Masse für große Forschungsvorhaben, die eine Einrichtung allein nicht stemmen könnte", sagte Professor Epping.

Auch die Entwicklung neuer Schwerpunkte zur Stärkung des Lehrprofils, stand im ersten Amtsjahr im Fokus. Ein Beispiel hierfür ist der Ausbau der Lehrerbildung. Jeder fünfte der mittlerweile 27.000 Studierenden hat das Ziel, ins Lehramt zu gehen. "Als Universität sind wir darauf angewiesen, dass wissbegierige Schülerinnen und Schüler zu uns geleitet werden. Auch deshalb liegt uns die Ausbildung guter Lehrerinnen und Lehrer am Herzen", so der Universitätspräsident. Besonders erfreulich sei deshalb der Erfolg der Leibniz Universität in der bundesweit ausgeschriebenen Qualitätsoffensive Lehrerbildung: In der ersten Runde der Offensive ist sie die einzige niedersächsische Hochschule und zudem neben der Universität Stuttgart die einzige Hochschule in Deutschland, die mit zwei Anträgen erfolgreich war. Die neu eingerichtete "Leibniz School of Education" solle das Lehramtsstudium optimieren. Hier ist die Leibniz Universität - nicht nur in Niedersachsen - beispielgebend.

Ein weiteres Ziel sei es, aktiv als Impulsgeber in die Gesellschaft hineinzuwirken. Durch gemeinsame Berufungen sei die Leibniz Universität mit dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) in Lehre und Forschung besonders im Bereich der Wissenschaftssoziologie und Wissenschaftsphilosophie eng verbunden. Zwei Graduiertenkollegs sowie zwei Professuren sorgen für eine international sichtbare Profilbildung.

Spitzenforschung und hervorragende akademische Ausbildung müssten Hand in Hand gehen. Die Studienbedingungen sollen daher konsequent verbessert, das Lehrprofil qualitätssichernd weiterentwickelt werden, um so optimale äußere Rahmenbedingungen für eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung zu erreichen, sagte der Präsident weiter. Die Bedingungen für Forschung und Lehre in Hannover seien in nahezu allen Bereichen exzellent und dies gelte es auch, nach außen zu vertreten. Im Leibniz-Jahr 2016 wird die Universität am 1. Juli nicht nur dem 370. Geburtstag von Gottfried Wilhelm Leibniz, sondern auch ihrer Umbenennung vor zehn Jahren gedenken und deutlich machen, welche Bedeutung der Namensgeber auch heute noch in Forschung und Lehre hat.

Die Nachwuchsförderung sei ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Präsidiums, erklärte der Präsident: "Unter den Begriff der Personalentwicklung fallen die Gewinnung hoffnungsvoller jüngerer Köpfe von außen. Ein ganzheitliches Nachwuchskonzept, in dem die neu geschaffene gesetzliche Möglichkeit des Tenure Track eine zentrale Rolle spielt, soll dazu beitragen." Im Dezember 2015 ist die Leibniz Universität Hannover als erste niedersächsische Hochschule mit dem Gütesiegel für faire und transparente Berufungsverhandlungen ausgezeichnet worden. Im Bereich der Internationalisierung, dem sechsten Schwerpunkt, soll 2016 eine neue Internationalisierungsstrategie erarbeitet werden, um diesen Bereich weiter zu stärken.

Professor Epping betonte, dass Schwerpunkte einer Universität nicht vorgegeben werden können, sondern von engagierten und hervorragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern abhängig sind. "Ein Beispiel findet sich im Bereich der Robotik, der durch eine jüngere Wissenschaftlerin und einen jungen Wissenschaftler eine neue Sichtbarkeit erfahren hat: Prof. Dr.-Ing Jessica Burgner-Kahrs, die mit unterschiedlichen namhaften Wissenschaftspreisen ausgezeichnet wurde, und Prof. Dr. Sami Haddadin, der den Alfried Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer über eine Million Euro erhalten hat ."

Zum Abschluss seiner Rede ging der Präsident auf das Selbstverständnis der Leibniz Universität ein, die von Ideen und Begegnungen von Menschen über alle Staats-, Kultur- und Religionsgrenzen hinweg lebe und ihrem Leitbild entsprechend für Freiheit, gegenseitigen Respekt und einer Kultur der Gastfreundschaft stehe.

Von diesem Selbstverständnis ausgehend wurde die NS-Geschichte der Universität mit Hilfe einer Arbeitsgruppe, intensiv aufgearbeitet. Den Opfern - Lehrenden wie Studierenden - wurde eine Gedenkwand am Eingang des Service-Centers ebenso gewidmet wie drei Hörsäle, die nach Opfern der NS-Zeit an der Hochschule benannt sind. Eine Publikation, die sich mit dieser Zeit näher auseinandersetzt, wird zeitnah folgen.

Die Zahl der Flüchtlinge stellt uns als Gesellschaft vor eine große Herausforderung. Auch die Leibniz Universität wird ihren Beitrag leisten und bereitet sich mit diversen Maßnahmen darauf vor, allen Studierfähigen den Weg in ein Studium an der Universität zu öffnen und zu erleichtern. Die ersten konnten schon als Neustudierende oder Gasthörer begrüßt werden. Alle Maßnahmen werden an der Leibniz Universität zentral über eine eigens geschaffene Stelle koordiniert und auch auf Präsidiumsebene verantwortet.


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