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NASA schickt POLO Solarzelle auf die ISS

NASA schickt POLO Solarzelle auf die ISS

Entwicklung aus Hameln und Hannover wird im Weltall getestet

Sechs Monate lang ist sie auf der Rückseite der internationalen Raumstation ISS - International Space Station im All unterwegs: Die POLO Solarzelle wurde vor gut zwei Jahren am Institut für Solarenergieforschung und am Institut für Materialien und Bauelemente der Elektronik (MBE) der Leibniz Universität Hannover (LUH) entwickelt. POLO steht dabei für "polycrystalline silicon on oxide". Die neuartige Solarzelle arbeitet mit einem Wirkungsgrad von 26,1 Prozent deutlich effizienter als die bisherigen Solarzellen auf Basis des von in der Industrie üblicherweise verwendeten Bor-dotierten Siliziums.

Der Grund für diese Reise liegt in der weltweit zunehmenden Bedeutung der Satellitentechnologie. Per Satellit könnte das Internet bis in den letzten Winkel der Erde gebracht werden. Die von den Satelliten benötigte Energie wird von Solarzellen geliefert. Aber wie verhalten sich solche Zellen unter den unwirtlichen Bedingungen im Weltraum - extreme Temperaturunterschiede, Bestrahlung mit hochenergetischen Teilchen und Photonen? Die Reise von POLO soll helfen, diese Frage zu beantworten.

POLO fliegt nicht allein, sondern im Tandem mit einer ebenfalls hocheffizienten Gallium-Indium-Phosphid-Solarzelle des National Renewable Energy Laboratory (NREL) in Golden, Colorado. "Bei einer Tandemzelle werden verschiedene Solarzellentypen, die jeweils einen bestimmten Teil des Sonnenlichts besonders effizient verwerten können, miteinander kombiniert. So wird die gesamte Strahlungsenergie noch effizienter genutzt als bei Solarzellen mit nur einem Absorber-Material", erklärt Prof. Dr. Robby Peibst, Leiter der Arbeitsgruppe Emergente Solarzellentechnologien am ISFH, das ein An-Institut der LUH darstellt.

Das NREL und das ISFH blicken auf eine mehrjährige erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich von Tandem-Solarzellen zurück. Aktuell koordiniert das NREL ein vom amerikanischen Department of Energy gefördertes Forschungsprojekt, im Rahmen dessen das ISFH unter Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die Siliziumzellen zur Verfügung stellt.

Wer einen Blick von der Erde aus auf die ISS werfen möchte, kann auf der NASA-Website erfahren, wann die Raumstation über Hannover zu sehen ist: https://spotthestation.nasa.gov/sightings/view.cfm?country=Germany&region=None&city=Hannover#.XwWU6OfgrIU