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Projekt #LernenVernetzt erhält Wissenschaftspreis

Projekt #LernenVernetzt erhält Wissenschaftspreis

Presseinformation vom
Vier Porträtfotos: Alexandra Krüger, Prof. Dr. Katharina Müller, Helene Pachale und Mandy Schwarze Vier Porträtfotos: Alexandra Krüger, Prof. Dr. Katharina Müller, Helene Pachale und Mandy Schwarze Vier Porträtfotos: Alexandra Krüger, Prof. Dr. Katharina Müller, Helene Pachale und Mandy Schwarze
Sie stehen hinter dem Projekt #LernenVernetzt – von links oben nach rechts unten: Alexandra Krüger, Prof. Dr. Katharina Müller, Helene Pachale und Mandy Schwarze.

Leibniz School of Education unterstützt Schulunterricht in der Corona-Krise – Auszeichnung des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

In #LernenVernetzt unterstützen ehrenamtlich engagierte Lehramtsstudierende der Leibniz Universität Hannover (LUH) Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler beim digitalen Lehren und Lernen. Das Projekt wurde im März und April 2020 kurzfristig ins Leben gerufen, um die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen abzumildern. Am 17. November 2020 erhielt Prof. Dr. Katharina Müller zusammen mit dem Projekt-Team an der Leibniz School of Education (LSE), Alexandra Krüger, Helene Pachale und Mandy Schwarze, im Rahmen des Wissenschaftspreises Niedersachsen 2020 den mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis für kooperative Innovationen in der digitalen Lehre.

Prof. Müller ist Professorin für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lehr- und Lernforschung am Institut für Erziehungswissenschaften der LUH. Sie hat mit den Kolleginnen der LSE in enger Kooperation mit dem Qualitätsnetzwerk der Integrierten Gesamtschulen (Q-IGS) das Projekt #LernenVernetzt initiiert. Bisher haben sich hier mehr als 140 Studierende engagiert und dabei Berufserfahrungen gesammelt, die deutlich über die regulären praktische Lerngelegenheiten hinausgehen. Konkret ordnete ein Matchingverfahren interessierte Lehrkräften und Studierende passgenau und bedürfnisorientiert einander zu. Die Studierenden unterstützen Lehrkräfte bei der Erstellung oder Überarbeitung digitaler Unterrichtsmaterialien und -aufgaben. Bei Bedarf stehen sie außerdem den Schülerinnen und Schülern bei der digitalen Lernbegleitung zur Seite. Dabei geht es nicht um Nachhilfeunterricht, sondern um die Bildung professioneller Lerngemeinschaft zwischen Studierenden und Lehrkräften bei der Förderung der Schülerinnen und Schüler.

Projekt legt Fokus auf Bildungsgerechtigkeit

Auch nachdem die Schulen im Frühsommer wieder geöffnet wurden, läuft die Projektarbeit weiter: "Auch jetzt im eingeschränkten Präsenzbetrieb sehen sich Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Schule kann und muss momentan in vielen Bereichen anders gedacht und organisiert werden", sagt Müller und erklärt: "Die kurzfristig zu organisierende Quarantäne einzelner Kohorten, hybride Lehre und Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz von Personen aus Risikogruppen führen weiterhin dazu, dass Unterstützungsbedarfe aufkommen oder jetzt erst sichtbar werden. Mit #LernenVernetzt wollten wir Lehramtsstudierende, die sich ehrenamtlich in Schulen einbringen wollen, mit Lehrkräften zusammenbringen, die bei ihrem Engagement für ihre Schülerinnen und Schüler jede Form der Unterstützung brauchen können." Im Fokus des Projekts #LernenVernetzt stehen stets die Bedarfe der Schülerinnen und Schüler: "In Zeiten der digitalen Transformation muss unser Augenmerk besonders auf den Schülerinnen und Schüler liegen, die über wenig Ressourcen verfügen. Wenn wir Chancengerechtigkeit und digitale Teilhabe großschreiben, dann ist es mit technischer Ausstattung allein nicht getan. Wir müssen dringend die Schulen bei der Bereitstellung digitale Lernumgebungen und bei der digitalen Lernbegleitung unterstützen", betont Müller.

"Wir ehren mit dem Wissenschaftspreis herausragende Persönlichkeiten, die sich ebenso durch außerordentliche Leistungen in Forschung und Lehre als auch für ihre Kooperationen und Netzwerke auszeichnen", sagt Wissenschaftsminister Björn Thümler und ergänzt: "Mit dem Sonderpreis würdigen wir besonderes Engagement bei der Bewältigung der durch die Covid-19-Pandemie entstandenen Herausforderungen." Die Preisträgerinnen der LSE unterstreichen, dass ihnen der Preis sehr viel bedeutet, da er zeigt, dass in Niedersachsen die Digitalisierung im Bildungsbereich als anspruchsvolle Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird, die Wissenschaft und Praxis gemeinsam bewältigen müssen. Mit dem Preisgeld können sie das Projekt weiterentwickeln, sodass alle beteiligten Akteurinnen und Akteure hiervon profitieren.

Wissenschaftspreis Niedersachsen

Der Wissenschaftspreis Niedersachsen wurde 2020 zum 14. Mal vergeben und ist mit insgesamt 119.000 Euro dotiert. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler hat insgesamt 17 Persönlichkeiten niedersächsischer Hochschulen ausgezeichnet. Der Sonderpreis für kooperative Innovationen in der digitalen Lehre wurde dieses Jahr erstmalig verliehen. Die Auswahl übernahm die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen. Für die Kategorie "Lehre" und den Sonderpreis wurde eine gesonderte Jury eingesetzt, die zur Hälfte aus Studentinnen und Studenten bestand.

Der Minister verlieh die Preise für Forschung, Lehre und Studium an fünf Professoren und Professorinnen, eine Nachwuchswissenschaftlerin und neun Studierende. Zu den mit jeweils 3.500 Euro für ihre fachlichen Leistungen oder ihr gesellschaftliches Engagement geehrten Studierenden zählt Rebecca Nathalie Henkel von der Leibniz Universität Hannover.

Hinweis an die Redaktion

Für weitere Informationen zum Projekt #LernenVernetzt stehen Ihnen Prof. Dr. Katharina Müller, Institut für Erziehungswissenschaft, unter Telefon +49 511 762-17530 oder E-Mail katharina.mueller@iew.uni-hannover.de sowie Alexandra Krüger, Helene Pachale und Mandy Schwarze unter lernenvernetzt@lehrerbildung.uni-hannover.de gerne zur Verfügung.