Statement der Leibniz Universität Hannover
zu ihrer Fläche in Ruthe (Sarstedt)
Die Fläche in Ruthe befindet sich in Eigentum der Stiftung Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.
Die Leibniz Universität plant, das Gelände in Ruthe multifunktional als Forschungs- und Kommunikations-Campus im Kontext der Gewinnung erneuerbarer Energien und in Form eines Reallabors zu nutzen. Grundlegendes Ziel ist dabei die Optimierung eines multifunktionalen FFPV-Ökosystems in Bezug auf den Gesamt-Nutzen für Klimaschutz. Damit wird ein bedeutender Beitrag zum Ziel der Universität, bis 2031 klimaneutral zu werden, geleistet.
Das Konzept befindet sich derzeit in der Prüfung und Planung, dabei werden auch die zuständigen Stellen, wie die Naturschutzbehörde eingebunden. Das Umweltministerium hat eine Mitfinanzierung in Aussicht gestellt, ebenso wie das Ministerium für Wissenschaft und Kultur über das Förderformat „Potenziale entfalten“ eine Teilfinanzierung zugesagt hat.
Die Leibniz Universität Hannover beabsichtigt, auf ihren Flächen in Ruthe eine Photovoltaik-Infrastruktur in Form einer Freiland-PV-Anlage zur Stromproduktion zu errichten. Diese Infrastruktur soll zukünftig ca. 50% des Energiebedarfes der LUH klimaneutral sichern. Der Anteil von Agri-PV an der Gesamtanlage wird derzeit eruiert.
Es handelt sich um insgesamt etwa 40 Hektar, vormals durch das Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme genutzt bzw. an den Obsthof Hahne verpachtet. Mit Schließung des Instituts für Gartenbauliche Produktionssysteme und Überführung des Studiengangs Gartenbau in ein zukunftsfähiges Studienprogramm der Pflanzenwissenschaften wird die Fläche, die maßgeblich dem Obstbau und seiner Erforschung diente, in dieser Form an der Universität nicht mehr benötigt, und nunmehr durch die LUH einer sinnvollen nachhaltigen Nutzung zugeführt.
Zur Erläuterung: die Leibniz Universität Hannover ist sehr erfolgreich im Einwerben großer Forschungsinfrastrukturen und von Forschungsbauten zur Erforschung zukünftiger Technologien für den Wissenschafts- und Industriestandort Deutschland. Dieser große wissenschaftliche Erfolg beschert uns auf der anderen Seite jedoch sehr große Energieverbräuche bei gleichzeitig immens gestiegenen Energiekosten.
In 2024 hatte die Leibniz Universität einen Stromverbrauch von insgesamt ca. 46 Gigawattstunden, das entspricht dem Stromverbrauch einer mittleren Kleinstadt. Der Gesamt-Energieverbrauch, also Strom- und Wärmekosten der Universität, kostete sie im Jahr 2024 ca. 20,5 Millionen Euro.
Die Universität sieht sich in der Pflicht, ihre Energieversorgung zu einem großen Teil auf erneuerbare Energien umzustellen und dies auch in Eigenleistung zu tun, die letztlich auch dem Steuerzahler und der gesamten Gesellschaft zugutekommt.
Die LUH ist mit der Stadt Sarstedt und der Gemeinde Ruthe zu der Solaranlage seit längerem im Gespräch. Die Planungs- und Beratungsgespräche laufen zurzeit intensiv.
Der Pachtvertrag mit der Obstplantage war mit einer festen Vertragslaufzeit mit 15 Jahren vereinbart, also bis zum 31.12.2025.
Bei der landwirtschaftlichen Nutzung handelt es sich um eine Nutzung in Monokultur.
Die dort zu Beginn der Vertragslaufzeit von der Obstplantage gepflanzten Apfelbäume sind von der Obstplantage gemäß Vertrag zu roden. Hierfür hat die LUH eine Frist bis zum 31.03.2026 gesetzt.
Die durchschnittliche Lebenszeit von Bäumen in der intensiven Landwirtschaft wie der hier vorliegenden Apfel-Monokultur beträgt unwesentlich länger als die hier gegebenen 15 Jahre.